Restmengen & Co.
Praktische Tipps zum Schutz der Oberflächengewässer

Rapsfeld am Fließgewässer mit Ufervegetation

Pflanzenschutzmittel (PSM) werden in Kläranlagen nicht abgebaut. Um Oberflächengewässer zu schützen, gibt das AELF Uffenheim Tipps, wie sich Einträge vermeiden lassen, wie mit Restmengen sowie Behältern verfahren und wie die Pflanzenschutzspritze gereinigt werden sollte.

Zu Oberflächengewässern zählen Bäche, Flüsse, Teiche, Seen sowie "periodisch wasserführende" Gräben. Periodisch bedeutet dabei regelmäßig.

Eintrittspfade für Pflanzenschutzmittel in Oberflächengewässer

Hofabläufe
Mehr als 50 % der Einträge sind bedingt durch die Hofabläufe:
  • Ansetzen der Spritzbrühe oder Reinigung der PSM-Kanister und PS-Geräte auf befestigten Flächen mit Verbindung zu einem Gully
  • Abfluss von Regenwasser

Sie lassen sich vermeiden durch:

  • Befüllen der Spritze auf dem Feld oder auf der Güllegrube
  • Abstellen der ungereinigten Spritze unter Dach oder auf bewachsener Fläche
  • Korrekte Beseitigung von Restmengen, PSM-Resten und -Behältern
  • Innen- und Außenreinigung der Spritze möglichst auf dem Feld
Abschwemmung, Abfluss durch Dränagen
Rund 30 % der Einträge entstehen durch Abschwemmung von PSM oder den Abfluss durch Dränagen. Werden die Hangneigungs-Auflagen beachtet, verringert sich die Gefahr. Besonders hoch ist sie dagegen bei Stark-Niederschlägen. Aufgrund der raschen Versickerung dürfen bestimmte PSM auf dränierten Flächen nicht angewendet werden.
Abdrift während der Ausbringung
Rund 5 % der Einträge entstehen durch Abdrift (Verwehen) von PSM während der Ausbringung. Verringern lassen sich diese durch entsprechende Düsenwahl: größere Tropfen durch niedrigeren Druck. Die Ausbringung sollte bei windstillem/windarmem Wetter erfolgen. Außerdem müssen die Gewässer-Abstandsauflagen beachtet werden.

Umgang mit Restmengen

Grundsätzlich sollte die Restmenge möglichst verhindert werden, indem die benötigte Menge so genau wie möglich berechnet wird.
  • Restmenge 1 : 10 mit Wasser verdünnen und auf der behandelten Fläche ausbringen
  • Ausreichend großen Klarwasserbehälter mitführen (mind. 10 % des Spritzfass-Nennvolumens oder mind. das 10-fache Volumen der technisch bedingten Restmenge)
     
     
     
     
Restvolumen Feldspritze in Litern (l) - Standard EN12761-2
Tank Volumen l Tank 0,5 % Spritzbalken Länge m Spritzbalken 2l/m Total l
800 4 15 30 34
1600 8 21 42 50
3000 15 36 72 87
Die besten Geräte sind 50 % besser als der Standard!

Beseitigung von PSM-Resten und -Behältern

Bei den Präparaten raten wir grundsätzlich von übertriebener Vorratshaltung ab. Nach Ablauf der Aufbrauchfrist können sie als "Sonderabfall" über kommunale Schadstoff-Sammelstellen (Stadt oder Landkreis), über PRE-Sammelstellen ("Pflanzenschutzmittel Rücknahme und Entsorgung") oder über Sammelaktionen des Handels beseitigt werden
Leere PSM-Behälter sollten sorgfältig ausgespült (3-mal zu 1/3 mit Wasser füllen, kräftig schütteln und ins Spritzfass schütten) werden. Eine Beseitigung ist über die Sammelstellen von PAMIRA (Packmittel-Rücknahme-Aktion) ist möglich. Hinweise zu den Sammelstellen und Termine für die Abgabe in der Region finden Sie online.

Sammelstellen und Termine - pamira.de Externer Link

Reinigung der Pflanzenschutzspritze

Führen Sie die Innenreinigung auf dem Feld durch (technisch bedingte Restmenge 1 : 10 mit Wasser verdünnen)
  • Zugabe des Klarwassers zur technisch bedingten Restmenge in drei Stufen oder
  • kontinuierliche Innenreinigung

Sorgfältige Innenreinigung mit Spezialreinigern besonders wichtig

  • vor Wechsel zu empfindlichen Kulturarten (z. B. Raps oder Zuckerrüben)
  • nach Anwendung von Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen
  • vor Anwendung von lösungsmittelhaltigen Präparaten (z. B. viele Fungizide)
  • nach Anwendung einer Kombination aus Blattdünger und Herbizid
In diesen Fällen auch Ausbau von Filtern und Düsen und Reinigung mittels Bürste nötig.
Außenreinigung
Die Außenreinigung sollte unmittelbar nach Abschluss der Spritzarbeit auf dem Feld erfolgen, notfalls auf der Güllegrube. Reinigen Sie keinesfalls dort, wo das Waschwasser in einen Gully oder in ein Oberflächengewässer fließen kann.