Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Aktionswoche Streuobst
Wir pflanzen ein Stück Zukunft

Vom Baum gefallene Äpfel in einer Wiese © Jürgen Fälchle - fotolia.com

© Jürgen Fälchle - fotolia.com

Am 4. November findet in Burgbernheim eine Wildobst-Pflanzaktion mit kleinen Kostproben aus Feld und Flur statt. Beim Thementag Streuobst am 9. November in Uffenheim pflanzen wir zunächst zwei Maulbeerbäume am Grünen Pfad. Anschließend geht es zu Sortenverköstigung, Apfelsaftverkostung und Impulsreferaten rund um das Thema in die Aula der Landwirtschaftsschule. Dazu gibt es ein Kinderprogramm, gestaltet von einer Erlebnisbäuerin, sowie ein Quiz für Erwachsene.  Mehr

AELF Uffenheim berät, bildet und fördert

Am internationalen Tag der biologischen Vielfalt im Mai 2019 stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Uffenheim in einem Pressegespräch der Öffentlichkeit vor, wie Landwirte die Biodiversität erhalten, wie sie vom AELF unterstützt werden und welchen Beitrag Verbraucher leisten können.
Unsere landwirtschaftlichen Betriebe versorgen uns mit Lebensmitteln und produzieren erneuerbare Energien. Sie produzieren aber auch Biodiversität. Sie schaffen und pflegen Strukturen in der Landschaft, z. B. Hecken, blüten- und kräuterreiche Säume, artenreiche Wiesen, Ackerzwischenfrüchte und Streuobst. Dies vernetzt Lebensräume und ermöglicht den Austausch von Individuen oder die Nahrungssuche.
Landwirte sind Partner für Artenvielfalt
Ein Beispiel für den Schutz der Artenvielfalt in unserer Region ist die Haltung und Zucht von altfränkischen Rinderrassen wie dem Gelbvieh (Frankenvieh) und dem Ansbach-Triesdorfer Rind (Triesdorfer Tiger).
Ebenso fördern die Landwirte mit dem Anbau vielfältiger Getreidesorten wie Emmer und Dinkel sowie alter Obstsorten in den Streuobstbeständen den Artenerhalt.
Angebote unseres Amtes: Beratung, Bildung, Förderung
Unser AELF reagiert auf den Rückgang der Artenvielfalt: Unsere Berater sowie Wildlebensraumberaterin Ann-Kathrin Bröger und Gewässerschutzberaterin Gudrun Riedel unterstützen die Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme sind stark auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.
"Unter dem Motto 'Erzeugung gestalten, Arten erhalten' unterstützen wir unsere Landwirte dabei, auf ihren Betrieben Maßnahmen umzusetzen, die die Biodiversität fördern und auf das Betriebskonzept abgestimmt sind."
Dr. Ludwig Albrecht, Behördenleiter AELF Uffenheim
Zudem werden die Themen Biodiversität, Ressourcenschutz, Insektenschutz und ökologischer Landbau in den Bildungsinhalten an den Landwirtschaftsschulen stärker verankert (s. Beitrag auf dieser Seite)
Kulturlandschaftsprogramm
Zentrales Element bayerischer Agrarumweltpolitik ist das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), das mit einem breiten Maßnahmenangebot wirkt. Das Programm gewährt bayerischen Bauern ein leistungsbezogenes Entgelt für den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft und für besondere Maßnahmen zum Ressourcenschutz.
"Die Landwirte sind unverzichtbare Partner, wenn es darum geht, Vielfalt zu erhalten."
Harald Endreß, Leiter der Abteilung Förderung am AELF Uffenheim.
Blühflächen vor Gebäude
Mit der Anlage von zwei kleinen Blühflächen vor dem Amtsgebäude will das AELF zeigen, dass jeder aktiv etwas für den Arterhalt tun kann, auch wenn es sich nur um kleine Maßnahmen handelt. Auf dieser Seite finden Sie unter dem Schwerpunktthema "Blühflächen im eigenen Garten" Tipps, wie die Anlage von Blühflächen im eigenen Garten oder auf dem Balkon gelingt.
"Artenvielfalt geht uns alle an. Die Anlage von Wildblumenmischungen in Blumen- oder Balkonkästen oder im Gemüsebeet ist die einfachste Variante, um blütensuchende Insekten zu unterstützen und für mehr Artenvielfalt im eigenen Umfeld zu sorgen."
Ann-Kathrin Bröger, Wildlebensraumberaterin am AELF Uffenheim

Schwerpunkte

Studierende der Landwirtschaftsschule Uffenheim tragen zur Artenvielfalt bei

Im Rahmen des Unterrichts "Naturschutz und Landschaftspflege" initiierten die Studierenden des ersten Semesters der Landwirtschaftsschule Uffenheim ein Projekt zur Artenvielfalt. Die Studierenden wollten in ihren Betrieben gezielt die Artenvielfalt fördern und der Öffentlichkeit die Bedeutung der Landwirtschaft für den Naturschutz und die Artenvielfalt nahe bringen.
Nun setzen sie ihr Projekt in die Tat um: Zur Aussaat 2019 haben sie auf ihren Äckern zum Beispiel Blühflächen oder -streifen angelegt; sie bauen nach der Ernte Zwischenfrüchte an oder bieten die Futterpflanze Luzerne als Nahrungs- und Rückzugsort für Wildtiere an, indem die Fläche gestaffelt in Abschnitten gemäht wird.
Beschilderung an Wegen und Betrieben
An geeigneten Stellen wie Rad- oder Spazierwegen wollen die Studierenden mit Schildern auf diese Lebensräume für Wildtiere und Insekten aufmerksam machen. Auch an bestehenden Streuobstwiesen der Landwirtschaftsbetriebe soll durch Beschilderung das Augenmerk auf diesen artenreichen Lebensraum und den Erhalt alter Obstsorten gelenkt werden.
Kommunikation Landwirt Bürger stärken
Das Projekt soll interessierte Bürger über Wildlebensräume in der Agrarlandschaft und die Aktionen der Junglandwirte zum aktiven Umweltschutz informieren und helfen, die Kommunikation zwischen Landwirten und Bürgern weiter auszubauen. Denn Naturschutz funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

Blühflächen im eigenen Garten

Drei Samenpäckchen
Blühwiesen in Blumenkästen oder Beeten anlegen
Die Anlage von Blühmischungen in Blumen/Balkonkästen oder im Gemüsebeet ist die einfachste Variante. Da die Wildsaaten hier in keinen Konkurrenzkampf mit den stärkeren Gräsern stehen. Zu beachten ist lediglich, dass es sich bei den Wildkräutern um Lichtkeimer handelt. D.h. sie benötigen zum einen Kontakt mit der Erde, dürfen von dieser aber nicht bedeckt werden, da sie Licht zur Keimung benötigen. Drücken Sie die Samen einfach mit dem Handrücken etwas an der Erde fest.
Blühwiesen im Rasenbereich anlegen
Wenn Sie einen Teil ihres Rasens in eine Blühwiese verwandeln möchten, müssen Sie ein paar Kleinigkeiten beachten.
  • Da die in der Mischung enthaltenen Saaten einen Konkurrenzkampf gegen das schneller wachsende Gras verlieren werden, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden. Am besten sticht man hierzu die Grasnarbe etwa 5 cm tief ab, um ein grasfreies Samenbett zu erhalten.
    • Dies geht mit einem Spaten etwas mühsam, aber ganz schnell.
    • Für größere Flächen eignet sich eine Fräse besser.
  • Das so vorbereitete Saatbett lässt man nun zwei Wochen liegen. Aufkeimendes Gras kann dann händisch oder mechanisch entfernt werden. So bleibt die Blühfläche später länger erhalten.
  • Nach diesen zwei Wochen bearbeitet man das Saatbett mit einem Rechen zu einer "feinkrümmeligen" Struktur.
  • Dann kann die Aussaat beginnen.
    • Wenn Sie größere Flächen anlegen möchten, ist es ratsam das Saatgut mit einem Füllstoff zu mischen. Hier eignet sich besonders gut normaler Sand. Der Sand verhindert das Absetzten der kleineren Saatkörner, wie beispielsweise Mohn. Des Weiteren lässt sich das Saatgut damit leichter auf der Fläche verteilen.
  • Nach der Aussaat müssen die Samen noch gut an die Erde angedrückt werden. Dies geht ganz einfach mit einem etwas breiteren Brett. Dazu das Brett auf die mit Saatgut bedeckte Erde legen und andrücken.
Pflege
Die Blühfläche braucht an sich keinerlei Pflege. Vor allem düngen sollten Sie nicht, da die enthaltenen Samen mit wenigen Nährstoffen sehr gut auskommen. Im Winter bietet die Fläche vor allem überwinternden Insekten Unterschlupf. Diese sitzen unsichtbar in den Stängeln von Königskerze und Co., hängen als Puppe an den Halmen oder haben sich in der Erde vergraben.